Theater, das zum Mitdenken auffordert

    „Ich bin kein Nazi, aber …“ – der Titel des Theaterstücks machte am 15. September 2026 rund 80 Auszubildende neugierig. Das ueTheater aus Regensburg war zu Gast und brachte ein Thema auf die Bühne, das zum Nachdenken, Diskutieren und Positionieren einlud.

    Im Mittelpunkt standen zwei sehr unterschiedliche Schauspieler: ein sogenannter „Gutmensch“ und eine junge Frau, die mit populistischen Aussagen auftrat. Doch die Auszubildenden sowie Lernende der Bildungsgänge zur Berufsvorbereitung blieben mit ihren Lehrkräften nicht nur Zuschauende. Das Stück war interaktiv und forderte sie immer wieder dazu auf, Stellung zu beziehen, Argumente abzuwägen und die eigenen Gedanken zu hinterfragen.

     Besonders spannend wurde es im anschließenden Gespräch mit den beiden Protagonisten. Bei Laugenbrezeln und Getränken kamen die Gäste miteinander und mit den Schauspielern ins Gespräch. Sie fragten nach der Motivation und Entstehung des Stücks und diskutierten darüber, was es bedeutet, die eigene Meinung kritisch und selbstbewusst zu vertreten, gleichzeitig andere Meinungen gelten zu lassen und deren Grenzen zu respektieren.

    Dabei wurde Demokratie als gemeinsamer Prozess erfahrbar: Unterschiedliche Positionen müssen nicht in „richtig“ oder „falsch“ eingeteilt werden. Entscheidend ist vielmehr, miteinander ins Gespräch zu kommen, Argumente auszutauschen, zuzuhören und auch andere Perspektiven auszuhalten.

    Genau hier setzt demokratische Bildung an. Junge Menschen sollen ermutigt werden, eine eigene Haltung zu entwickeln und diese zu vertreten – ebenso aber die Fähigkeit erwerben, anderen zuzuhören, Unterschiede auszuhalten und respektvoll miteinander zu diskutieren.

    Die Heinrich Metzendorf Schule versteht sich als Ort des Lernens und Lebens. Dazu gehört neben der beruflichen Bildung auch, junge Menschen auf ihre Verantwortung in einer demokratischen Gesellschaft vorzubereiten. Der Theaterbesuch bot dafür einen besonderen Raum: Demokratie wurde nicht nur thematisiert, sondern durch Beteiligung, Austausch und gemeinsamen Diskurs unmittelbar erlebt.

    Ermöglicht wurde die Veranstaltung durch die „Partnerschaft für Demokratie Bensheim“ im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“. Die Förderung wird durch die Koordinierungs- und Fachstelle des Caritas Zentrums und Mehrgenerationenhauses des Caritasverbandes Darmstadt e. V. in Bensheim begleitet; das federführende Amt im Büro der Bürgermeisterin der Stadt Bensheim ist für die Fördermittel zuständig.

     Veranstaltung Aula ueTheater

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