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Geschichte der Schule

1843-1944 Fortbildungsschule

Im Jahre 1992 schreibt der damalige Schulleiter Lothar Thehos in einer Festschrift zum 25-jährigen Bestehen der Schule:

„Bensheim wurde schon immer die Stadt der Schulen genannt. Bezüglich der Berufsbildenden Schulen wurde schon im Jahre 1843 die Gründung einer Fortbildungsschule gefordert und der 1844 von Dr. med. Bernhard Krauß gegründete Ortsgewerbeverein eröffnete im Jahre 1848 im Knabenschulhaus am Kirchenplatz die „Handwerker-Sonntagsschule“ (…). Der 3. Dezember 1848 darf als der eigentliche Geburtstag des beruflichen Schulwesens in Bensheim, ja eigentlich im gesamten Kreis Bergstraße angesehen werden.

Im Jahre 1855 unterrichtete man bereits in 2 Abteilungen auch noch die Fächer Rechnen, Geometrie, geometrische Zeichenlehre, Mathematik und Chemie. 1856 erließ man die erste Schul- und Hausordnung, Schulgeld wurde erstmalig 1872 erhoben. Im Winterhalbjahr 1872/73 wurde gewerbliche Buchführung als Unterrichtsfach eingeführt. Ab 1874 wurden die 155 Schüler in der „Fortbildungsschule” in beruflich ausgerichteten Klassen zusammengefasst.

Alte Faktorei Handwerker SonntagsschuleHandwerkerschule


Die steigende Schülerzahl nötigte den Gewerbeverein ein eigenes Schulhaus in der oberen Grieselstraße zu errichten, welches am 31. Oktober 1886 feierlich eröffnet wurde und schon 1895 erweitert werden mußte. (…). Um die Jahrhundertwende erwies sich das Schulgebäude erneut als zu klein. Ein neues und größeres Gebäude wurde nach den Plänen des Hauptlehrers Hugo Eisenhardt an der Heidelberger Straße erbaut und am 11. August 1907 seiner Bestimmung übergeben. Am Ende des Schuljahres 1910/11 hörte die seit 1848 bestehende Sonntagsschule auf, an ihre Stelle trat die Berufsfortbildungsschule als Bau- und Gewerbe sowie Malerschule. (…) Im Jahre 1924 übernahm die Stadt Bensheim die Schulträgerschaft. Im Jahre 1932 wurde Gewerbeschuldirektor Eisenhardt pensioniert, sein Nachfolger wurde der Architekt Ludwig Keßer, ein seit 1899 an der Schule tätiger Lehrer. Er wurde 1938 von der Naziregierung zwangspensioniert.

Die Berufs- und Fortbildungsschule wurde im selben Jahr zu einer Berufsschule auf Bezirksebene umgestaltet. Ihr erster Direktor war Josef Stoll. Durch die Wirren des zweiten Weltkrieges musste Schule 1944 geschlossen werden.

BerufsfortbildungsschuleBerufliche Schulen Kreis Bergstraße

1945-1977 Kreisberufsschule

Sie konnte jedoch bereits am 12. Oktober 1945 unter der komm. Leitung des Gewerbelehrers Hugo Ruthloh den Unterricht wieder aufnehmen. Direktor Erich Mattern übernahm am 1. November 1947 die Leitung der Berufsschule, die zwischenzeitlich zur Kreisberufsschule wurde. (…) Am 31.3.1958 geht Direktor Erich Mattern in den Ruhestand, ihm folgt Berufsschuldirektor Hans Steglich, welcher am 16.11.1960 verstarb.

Seit dem 1.4.1959 ist der Landkreis Bergstraße Träger der Kreisberufsschule, (…). Sehr bald erkannte der neue Schulträger, daß das Berufsschulwesen im Kreise Bergstraße neu gegliedert werden müsse, eine Abtrennung und Verselbständigung der kaufmännischen Abteilung und der Handelsschule stand zur Debatte.

(…) Am 1. Dezember 1960 erfolgte der erste Spatenstich zu diesem großen Werk, welches dann am 23. Januar 1967 bezogen und am 26. Oktober 1967 feierlich seiner Bestimmung übergeben wurde. Die Schule führt jetzt den Namen „Gewerbliche Kreisberufsschule” (…) Das Kollegium besteht aus 43 Kolleginnen und Kollegen, an dessen Spitze seit 1960 Oberstudiendirektor Franz Müller als Schulleiter steht. (…). Die Schülerzahl wächst unaufhörlich, so daß durch hausinterne Umbauten ständig neue Unterrichtsräume geschaffen werden müssen und daher untergeordnete Räume wie Vorbereitungs-, Lehrmittel und Sammlungsräume verloren gehen. Entlastung bringt die Übernahme eines Teiles des Gebäudes der Kaufmännischen Schulen (heute Nebengebäude Anm. HR) nebenan, nach Auszug derselben in ein neues Gebäude am Berliner Ring in Bensheim. (…).

1978-2004 Berufliche Schulen des Kreises Bergstraße

Seit dem Jahre 1978 führt die Schule den Namen „Berufliche Schulen des Kreises Bergstraße in Bensheim“.

(…) 1981 ist das Kollegium mittlerweile auf 114 Kolleg(inn)en angewachsen. Zum Schuljahresende 1982/83 geht Oberstudiendirektor Franz Müller in den Ruhestand und der seitherige ständige Vertreter des Schulleiters Studiendirektor Lothar Thehos wird sein Nachfolger1 (…). Mit dem Amtsantritt von Schulleiter Matthias Hegyaljai im Jahre 1997 beginnt der über einen langen Zeitraum dauernde Umbau der Schule mit Investitionen von 17 Millionen Euro.

1 25 Jahre Berufliche Schulen des Kreises Bergstraße – gekürzt und redaktionell überarbeitet von H. Reinhardt 2010.

2005 Heinrich Metzendorf Schule

Abgeschlossen wird der Umbau zur neuen Schule mit der Namensgebung Heinrich Metzendorf Schule im Jahre 2004. Franz Heinrich Metzendorf (1866-1923) war Steinmetz und Architekt an der Bergstraße. In die Amtszeit von Schulleiter Matthias Hegyaljai fällt die Einrichtung von Schulsozialarbeit und Schulseelsorge. Außerdem wird die fachliche Ausrichtung der Schule vom gewerblich-technischen Bereich um den Dienstleistungsbereich ergänzt: Die Hotel- und Gaststättenberufe halten Einzug – sehr zum Wohle der Bedürfnisse der regionalen Gastronomie. Im Jahre 2005 wird eine Mediothek eröffnet.

Seit dem Jahre 2008 ist Wolfgang Freudenberger Schulleiter. Schulentwicklung verläuft im Sinne einer Qualitätsentwicklung prozesshaft nach Vorgaben des Landes Hessen und in eigener Verantwortung der Schule. Nach einer ersten externen Schulinspektion im gleichen Jahr wurde ein Prozess eingeleitet, der in das vom Kollegium einstimmig beschlossene Schulentwicklungsziel mündet: Schülerinnen und Schüler sollen kooperativ lernen. Dieses Schulentwicklungsziel wird 2012 nach einer zweiten Schulinspektion ergänzt um die Schulentwicklungsziele „individuelle Förderung“ und „Entwicklung von Unterrichtsqualität“.

Die internationale Arbeit wird stark ausgeweitet: Neben den europäischen Partnerschulen gibt es Partnerschulen in China und den USA.

Bistro Metzendorfschule

Die Metzendorf-Gesellschaft wird gegründet und kümmert sich um das Erbe des Namensgebers der Schule. Die Schule gibt sich ein Leitbild: „Schüler zuerst“. Erstmals wird eine pädagogische Leiterin eingestellt, deren Aufgabe es ist, schulweite pädagogische Prozesse zu steuern. Berufsorientierung gewinnt an Bedeutung: Es gibt zahlreiche Kooperationsprojekte mit abgebenden Schulen und regelmäßige Ausbildungs- und Studieninfotage. Eine engagierte sozialpädagogische und schulseelsorgerische Begleitung kümmert sich um Schüler und Lehrkräfte.

Im Jahre 2012 wird das Nebengebäude (Bauabteilung) grundsaniert. Im Jahre 2015 wird der Neubau der „Metzeria“ eingeweiht: Erstmals wird Schülern und Lehrern ein Mittagessen in der Schule in einer sehr schönen Umgebung angeboten. Die Mediothek wird um ein Selbstlernzentrum erweitert. Der Verwaltungstrakt wird umgebaut: ein neues Schulsekretariat und Büros für die Sekretärinnen werden eingerichtet.

Schüler bauen ein „Metzendorf-Tor“ aus behauenem Sandstein original nach. Es wird im Foyer der Schule symbolhaft als „Tor zur Bildung“ aufgestellt. Der Schulträger investiert erneut 3 Millionen Euro für diese Maßnahmen. Die Lehrkräfte erhalten moderne Teambüros. Die Ausstattung der Schule wird ständig modernisiert: Computer und ihre Netze, Laptopwagen, interaktive Boards und Beamer, die Erneuerung des Maschinenparks sowie ein großer Beitrag für die Umwelt durch energieeffiziente Beleuchtung,Heizung, Dämmung der Gebäude und Fenster. Die Höhere Berufsfachschule wird mangels Nachfrage eingestellt. Die Schule wird Schwerpunktschule für jugendliche Flüchtlinge und hat Schülerinnen und Schüler aus 49 Nationen. In einem „Trialog der Kulturen“ und vielen weiteren Aktionen lernen Lehrkräfte und Schülerinnen und Schüler mit die zunehmende Internationalisierung der Schule zu gestalten.


 Die Schulleiter der Heinrich Metzendorf Schule

1945 - Hugo Roth (kommissarisch)

1947 - Erich Mattern

1958 - Hans Steglich

1963-1982 - Franz Müller

Franz Müller

1982-1994 - Lothar Thehos

Lothar Thebos

1997-2007 - Mathias Hegyaljai

Mathias Hegyaljai

seit 2008 - Wolfgang Freudenberger

Worlfgang Freudenberger