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Denkmal-aktiv-Projekt 2016-2017

„Das Ackerbürgerhaus - energetisch ertüchtigt und neu genutzt – denkmalgerechte Sanierung und Umnutzung einer ehemaligen Hofreite in der Heppenheimer Altstadt“

Anlässlich des 40. Jubiläums des Vereins der Atltstadtfreunde e.V. in Heppenheim wurde die Heinrich Metzendorf Schule aus Bensheim eingeladen ihre Ergebnisse des aktuellen denkmal-aktiv-Unterrichtsprojektes der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, mit dem Titel „Das Ackerbürgerhaus energetisch ertüchtigt und neu genutzt – denkmalgerechte Sanierung und Umnutzung einer ehemaligen Hofreite in der Heppenheimer Altstadt“, zu präsentieren.

Ackerbürgerhaus BensheimIm Rahmen des baufachlichen Unterrichts unter Betreuung ihrer Lehrkräfte Hans Sperl und Dr. Angela Forberg haben die Studierenden der staatlichen Fachschule für Bautechnik im Schwerpunkt Bauen im Bestand und Fachoberschüler der Fachrichtung Bautechnik, in Anlehnung an die Architekten-Leistungsphasen eine Grundlagenermittlung und Vorplanung als für einen denkmal-schutzrechtlichen Antrag für das Ackerbürgerhaus erarbeitet.

Dies umfasst u.a. die Dokumentation des historischen Baubestandes in Form eines verzerrungsfreien Aufmaßes, Freihandskizzen, Bauzeichnungen und einer Bauschadenanalyse in Form von zahlreichen Fotografien sowie zwei Architekturmodelle im Maßstab 1:50. Ferner werden baukonstruktive Vorschläge für die energetische Sanierung des  Ackerbürgerhauses sowie Bauzeichnungen und alternative Vorschläge zur neuen Nutzung des denkmalgeschützten Gebäudes gezeigt. Dabei finden sich einige interessante Planungsideen: So wurde von den Schülern vorgeschlagen auf dem Gelände der ehemaligen Hofreite den beiden berühmten Söhnen der Stadt Heppenheim dem Architekten Heinrich Metzendorf (1866-1923) und dem Rennfahrer Sebastian Vettel (1987) sozusagen ein Denkmal zu setzen. Eine Planungsidee sieht für den „älteren Heppenheimer“ im Altbau an der Kellereigasse 2 ein „Metzendorf Museum“ vor, kombiniert mit einem „Vettel-Museum“ für den „jungen Heppenheimer“ in einem Neubau auf der Hofseite. In einem weiteren Entwurf wird ein „Touristik-Informationszentrum Heppenheim mit Bergstrasse-Laden“ vorgeschlagen. Demnach ist im Fachwerkhaus an der Kellereigassse 2 ein Touristik-Infozentrum mit einem Bergstrasse-Shop vorgesehen, kombiniert mit mehreren Veranstaltungs- und Ausstellungsräumen im Neubau-Riegel auf der Hofseite. Dieser Vorschlag erfolgte in Anlehnung an das „Touristik-Informations-Zentrum Erbach mit Odenwald-Laden“ in Erbach im Odenwald.

In Ergänzung des denkmal-aktiv-Projektes haben die auszubildenden Zimmerleute an der Heinrich Metzendorf Schule unter Betreuung ihres Berufsschullehrers Dirk Rensen ein Sanierungskonzept zur Erhaltung und Sicherung des auskragenden Fachwerk-Westgiebels des Ackerbürgerhauses erstellt, dessen Ergebnisse ebenfalls in der Ausstellung präsentiert werden.

Fachlicher Berater der Heinrich Metzendorf Schule in diesem Unterrichtsprojekt waren der Architekt und Vorsitzender des Vereins der Heppenheimer Altstadtfreunde e.V., Fritz Schneider. Der Experte für Fachwerksanierung gab den Studierenden anhand praktischer Beispiele vielfältige fachliche Hinweise zur bauphysikalischen und baukonstruktiven Ausführung von Detailpunkten am Altbau und machte dabei auf die Vorteile altbewährter Baustoffe wie u.a. Lehm, aufmerksam. Bei der Erstellung eines verzerrungsfreien Aufmaßes wurden die jungen Bautechniker angeleitet von Herrn Peter Meister, Bauingenieur und ehemaliger Mitarbeiter aus der Bauverwaltung des Kreisbauamtes.

Im Rahmen des denkmal-aktiv-Projektes führte der Historiker Prof. Karl Härtner die Studierenden durch die Heppenheimer Altstadt und vermittelte dabei interessante Informationen zur Entwicklungsgeschichte des Ackerbürgerhauses. Demnach wurde das Herzstück der Hofanlage, dass Doppelgiebelhaus, nach dem verheerenden Stadtbrand Heppenheims 1697, am Anfang des 18. Jahrhunderts erbaut. Das Ackerbürgerhaus war kein gewöhnliches Bürgerhaus, sondern ein adliges Hofgut der Herren von Rodenstein. Damit reiht sich die Hofanlage ein in eine Reihe von weiteren adligen Hofgütern, wie dem Biberhof (Amtskellerei) und den Siebenbürger Hof, die an der südwestlichen Ecke der alten Stadtmauer errichtet waren.

Die drei hohen Gewölbekeller und der große Scheunenbau auf dem Areal des ehemaligen Rodensteiner Hofs, deuten darauf hin, das die Hofanlage ursprünglich der Vorratshaltung von Wein und Naturalien in Marktnähe diente. Die Hofreite wechselte mehrfach den Besitzer, nach dem 2. Weltkrieg diente der Hof lange Jahre unter dem Namen „Haus May“ der Schweinezucht. In den vergangenen 10 Jahren stand das Gebäude lange leer. Zeitweise war es Sitz der Bollywood-Filproduktions-Gesellschaft und u.a. Ort der Heppenheimer Gassensensationen. Im Herbst 2016 wurde das Ackerbürgerhaus verkauft an den bekannten Heppenheimer Rennfahrer Sebastian Vettel. Konkrete Planungen zur neuen Nutzung des Denkmals liegen nach unseren Kenntnisstand bisher noch nicht vor.

Die Ausstellung ist zu sehen vom 21. Mai bis 28. Mai 2017 (ab 20. Mai ist die Ausstellung intern beim 40. Vereinsjubiläum der Altstadtfreunde bereits geöffnet) im Alten Kelterhaus im Kurmainzer Amtshof in Heppenheim, jeweils von 15 bis 18 Uhr.


Projektleiterin

Dr. Angela Forberg
Abteilungsleiterin Abt. 4
Fachschule für Bautechnik
Telefon: 06251 8479-26
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!


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Fachwerkbauten aus 5 Jahrhunderten

Fachwerkbauten-BautechnikIm Rahmen des Denkmal-aktiv-Schulprojektes der Deutschen Stiftung Denkmalschutz im Schuljahr 2015 / 2016 hat sich die Heinrich Metzendorf Schule unter dem Leitthema „Fachwerkbauten in Hessen: gestern-heute-morgen - Fachwerkvielfalt im ländlichen und städtischen Raum Südhessens“ mit Fachwerkhäusern aus fünf Jahrhunderten beschäftigt. Am Anfang dieser Unterrichtsreihe stand das Kutscherhäuschen in Darmstadt, dass im sogenannten Heimatstil von Prof. Heinrich Metzendorf um 1900 erbaut wurde.

 

denkmal-aktiv Projekte

„denkmal-aktiv“

der Deutschen Stiftung Denkmalschutz

denkmal aktivWas ist denkmal aktiv?

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz bietet seit mehr als 10 Jahren den Rahmen für schulische Projekte zur kulturellen Bildung.

Die Idee von denkmal aktiv:

  • Schüler erleben gebaute Geschichte und lernen so den Wert und die Bedeutung von Kulturdenkmalen kennen. Schüler sollen lernen
  • ein Gefühl der gemeinsamen Verantwortung für das kulturelle Erbe zu entwickeln
  • für einen respektvollen Umgang mit dem Kulturerbe einzutreten
  • sich aktiv für den Erhalt des kulturellen Erbes einzusetzen

Schulen, die an denkmal-aktiv teilnehmen, werden von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz gemeinsam mit ihren Partnern fachlich und organisatorisch begleitet und finanziell unterstützt (www.denkmal-aktiv.de).